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Wenn
alle Leute nur dann redeten, wenn sie etwas zu sagen haben, würden
die Menschen sehr bald den Gebrauch der Sprache verlieren. |
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Die Sonetten
(I) Herr
meiner Liebe, dem ich untertan,
Dem alle meine Dienste sind zu eigen,
Darf ich mich dir mit diesen Blättern nahn,
Dir meine Pflicht, nicht meinen Witz zu zeigen?
Pflicht, die so groß, daß mit so wenig Geist
Sie nackt und dürftig scheint, um dir zu danken,
Doch hoffe ich, daß du der ärmsten leihst
Huldvoll das Kleid der eignen Gedanken.
Bis daß der Stern, der
meines Lebens Zeichen,
Mit holdem Schein sich freundlich zu mir kehrt,
Des Bettlers Liebe ein Gewand zu reichen,
Das würdig deiner Neigung mich bewährt:
Dann ist zu prahlen meinem Herz erlaubt,
Doch bis dahin verhülle ich mein Haupt.
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( II
)Blick'
in den Spiegel, mahne dein Gesicht:
Ein Abbild ihm zu geben, kam die Zeit,
Sonst machst du aller Hoffnungen zunicht,
Zerstörst den Traum von Mutterseligkeit.
Wo ist die Jungfrau, deren spröder Schoß
In Keuschheit deinem Wunsche widerstrebt,
Und wo der Tor, der gerne kinderlos
In sich das Grab der Eigenliebe gräbt?
Der Mutter Spiegel bist du, der das Glück
Des eignen Mais in deinem sich erneut,
So durch des Alters Fenster sieht dein Blick
Einst eines Kindes goldne Frühlingszeit.
Doch lebst du fort, läßt
keine Spuren hier,
Stirbst einsam du, dein Bildnis stirbt mit dir
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(
III ) Den
höchsten Wesen ,wünschen wir Gedeihn,
Auf daß der Rose Schönheit nie verdorrt,
Doch muß des Tods die reife Blüte sein,
So pflanz' ein Erbe ihr Gedächtnis fort.
Du lebst nur dir, der Schönheit Selbstgenuß,
Schürst eignen Glanz, der dich verzehrend scheint,
Schaffst Hungersnot statt reichen Uberfluß,
Grausam dir selbst gesinnt, dein eigner Feind.
Heut bist du noch der frische Schmuck der Welt,
Der einz'ge Herold für des Frühlings Reiz,
Doch wenn dein Schatz in einer Blüte fällt,
Wird zur Verschwendung, süßer Filz, dein Geiz.
Hab' Mitleid, birg nicht überreiche
Gabe,
Der Welt Anrecht, in dir und in dem Grabe.
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(
III )Es
hüllt sich meine Muse fromm in Schweigen,
Wenn
andre Sänge, voll der reichsten Pracht,
Mit
goldner Feder Huldigung dir zeigen,
Mit
Phrasen, die die Musen selbst erdacht.
Ich
fühle wohl, was andre geben kund,
Und
,,Amen" gleich dem Mesner tönt mein Ruf
Bei
jeder Hymne, die der Meister Mund
In
edler Form zu deinem Lobe schuf.
,,'s
ist wahr", sag ich, ,,so ist's", wenn sie dir singen,
Und
hätte gern noch manches zugetan,
Doch
in Gedanken nur, die zu dir dringen,
Wenn
Worte stocken, ihnen weit voran.
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Der Rede Schwall sei dir bei andern wert,
Bei
mir das Herz, das schweigend sich erklärt.
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