Guter Mond

1. Dort bei jenem kleinen Tale,
Wo die dunklen Bäume stehn,
Nah bei jenem Wasserfalle
Wirst du meine Hütte sehn.
Geh durch Wälder, Bach und Wiesen,
Blicke sanft durchs Fenster hin,
So erblickest du Elisen,
Aller Mädchen Königin

2. Nicht in Gold und nicht in Seide
Wirst du dieses Mädchen sehn,
Nur im schlichten weißen Kleide
Pflegt mein Mädchen stets zu gehn.
Nicht vom Adel, nicht vom Stande,
Wen man sonst so hoch verehrt,
Nicht vom eitlen Mode-Tande
Hat mein Mädchen seinen Wert.

3. Nur ihr Reiz, ihr gutes Herze,
Macht sie liebenswert bei mir,
Gut im Ernste, froh im Scherze,
Jeder Zug ist gut an ihr.
Ausdrucksvoll sind die Gebärden,
Froh und heiter ist ihr Blick,
Kurz, von ihr geliebt zu werden,
Halt ich für das größte Glück.

4. Mond, du Freund der reinsten Triebe,
Schleich dich in ihr Kämmerlein;
Sag es ihr, daß ich sie liebe
Und daß sie nur ganz allein
Mein Vergnügen, meine Freude,
Meine Lust, mein Alles ist,
Daß ich gerne mit ihr leide,
Wenn ihr Aug' in Tränen fließt

5. Daß ich aber schon gebunden,
Und nur leider! zu geschwind
Meine süßen Freiheitsstunden
Schon für mich entschwunden sind;
Und daß ich nicht ohne Sünde
Lieben könne in der Welt.
Lauf und sag's dem guten Kinde,
Ob ihr diese Lieb'